Sonntag, 24. April 2011

Osterhase gesichtet!



Bei diesem herrlichen Wetter muss man einfach vor die Tür gehen. Also bin ich am heutigen Ostersonntag mit Freunden zum Naturschutzgebiet Himmelgeister Rheinbogen gefahren. Die vielen Blüten und die vielfältigen Möglichkeiten für Tierbeobachtungen haben sofort gute Laune aufkommen lassen. Und das Wichtigste: Wir haben den Osterhasen gesehen - genau genommen sogar fünf davon. Denn am Himmelgeister Rheinbogen gibt es Feldhasen, sie finden in dem geschützten Gebiet einen idealen Lebensraum. Im hohen Gras sind sie schwer auszumachen gewesen, sie haben gewissermaßen sich selbst und nicht die Eier versteckt. :-)

Dass der Frühling inzwischen voll und ganz Einzug gehalten hat, ist auch an den vielen singenden und balzenden Vögeln zu sehen. Wir haben vier Nachtigallen gehört und eine sogar gesehen. Außerdem haben Fasanenmännchen sich in voller Pracht den Weibchen präsentiert und geradezu unglaublich viele Dorngrasmücken haben aus den Bäumen ihre fröhlichen Lieder schallen lassen. Gefreut habe ich mich auch über die erste Beobachtung des Kleinen Feuerfalters in diesem Jahr.

Singende Nachtigall:

















Singende Dorngrasmücke:















Balzendes Fasanenmännchen:















Die Dame nimmt es recht gelassen:















Kleiner Feuerfalter:

Montag, 7. Februar 2011

Zwölf Punkte für den Zaunkönig

Nach einem etwas hektischen Vormittag im Büro hat mich der wunderbare Sonnenschein in der Mittagspause heute unwiderstehlich nach draußen gelockt. In der Nähe meines Arbeitsplatzes liegt der Düsseldorfer Zoo-Park, den ich gern zum Entspannen aufsuche. Nachdem ich den Straßenlärm hinter mir gelassen hatte, habe ich in dem Park den Gesängen von Stieglitzen, Elstern, Blau- und Kohlmeisen, Amseln und Rotkehlchen lauschen können. Und zu diesem Spätwinter-Vorfrühlings-Soundtrack habe ich eine ganz besondere "Showeinlage" bewundern dürfen: Die Balz eines Zaunkönigs.

Zunächst habe ich den nur knapp zehn Zentimeter kleinen, unauffällig braun gefärbten Vogel nur trällern gehört. Weil der Gesang aber aus nächster Nähe zu kommen schien und der kleine Kerl doch sehr hartnäckig gezwitschert hat, habe ich genauer hingeschaut. Der winzige gefiederte Monarch hat circa zwei Meter über dem Boden auf einem sonnenbeschienenen kahlen Ast gesessen, keine 50 Zentimeter von einem weiteren Zaunkönig entfernt. Oder besser gesagt von einer Zaunkönigin, denn der filigrane Sänger hat sich ihr nach allen Regeln der Kunst präsentiert.

Sein kleines Stummelschwänzchen hat er steil empor ragen lassen und seine Flügel seitlich abgespreizt, um Volumen vorzugaukeln. Zu seinem Gesang hat er sich in sanftem Rhythmus hin und her gedreht und sich seiner Angebeteten dabei immer von der Schokoladenseite gezeigt. Zwischendurch hat der kleine Kerl geknickst, kurz Luft geholt und sofort zur nächsten Strophe angesetzt, wobei die Sonnenstrahlen ihn perfekt ausgeleuchtet haben. Die Zaunkönigin scheint seine Vorstellung - übrigens genau wie ich - entzückend gefunden zu haben, denn sie hat ihn ermutigt, weiter für sie zu singen.

Erst nach einigen Minuten sind beide Vögel wie auf ein geheimes Zeichen davon geflogen. Schade, ich hatte nämlich passend zur Eurovision-Song-Contest-Manie meiner Heimatstadt gerade meine Wertung für die Darbietung des Zaunkönigs abgeben wollen: "Twelve points from Germany!"

Samstag, 29. Januar 2011

Sonnenschein am Wochenende: R(h)ein ins Vergnügen

Endlich hat es heute eine Entschädigung für die vielen trüben und grauen Wintertage der vergangenen Wochen gegeben. Sonnenschein, kaum Wind und sogar der Luxus, ansonsten nichts Wichtiges im Terminkalender stehen zu haben – das sind für mich heute die idealen Voraussetzungen für einen ausgedehnten Naturspaziergang gewesen. An den Niederrhein hat es mich gezogen, um bei dem fantastischen Licht Wildgänse zu fotografieren.

Im Naturschutzgebiet Rheinaue Walsum (Duisburg) habe ich eine große Runde gedreht und wunderschöne Vögel gesehen. Hunderte Blässgänse halten sich zurzeit dort auf. Wenn ein großer Trupp dieser Vögel laut rufend in nur wenigen Metern Höhe über einen hinweg fliegt, dann ist das einfach überwältigend. Noch dazu haben die Stare im Sonnenschein gesungen, ebenso die Grünfinken. Auf allen nicht zugefrorenen Gewässern habe ich Blässhühner gesehen, es müssen Hunderte gewesen sein. Auch viele Enten habe ich gesehen, darunter Löffel-, Krick-, Pfeif- und Schnatterenten. Sogar eine Samtente ist vorbei geflogen, die sieht man selbst am Niederrhein nicht alle Tage. Und dann noch die hübschen Wacholderdrosseln! Von mir aus könnte an jedem Wochenende so schönes Wetter sein, denn für einen Ausflug zum Rhein gibt es nichts Besseres.

Blick auf die Rheinaue

Fliegende Blässgänse

Blässhühner, Stockenten und Graugänse

Fliegender Höckerschwan

Entspannender Mäusebussard








Samstag, 15. Januar 2011

Wenn Ziervogelhalter trauern

Die letzten Monate des vergangenen Jahres sind für mich als Ziervogelhalterin sehr hart gewesen. Viele meiner Tiere sind bereits chronisch krank in meine Obhut geraten. Etwa ab September 2010 hat es eine Häufig akuter Krankheitsschübe und widriger Umstände gegeben, so dass etliche meiner gefiederten Schützlinge schwer erkrankt sind und ich sie trotz sofortiger Tierarztbesuche und umfangreicher Behandlungen nicht habe retten können.

In dieser frustrierenden Zeit haben mich zahlreiche liebe Menschen per E-Mail kontaktiert und mir ihr Mitgefühl ausgesprochen. Sie haben versucht, mich aufzumuntern, wofür ich ihnen danke. Aber sie haben auch immer wieder gefragt: Wie hältst Du das bloß aus, so viele Tiere zu verlieren? Diese Frage ist schwer zu beantworten, denn Trauer ist etwas sehr Individuelles, Persönliches. Doch es gibt einige Dinge, die generell gelten, weshalb ich heute ein Kapitel über die Trauer nach dem Verlust eines geliebten Vogels auf meiner Webseite Birds Online veröffentlicht habe.

Ich hoffe, dieses Kapitel hilft Menschen, die sich in ihrer Trauer allein und unverstanden fühlen. Denn bedauerlicherweise reagieren Freunde und Verwandte oft mit Unverständnis, wenn jemand um einen Vogel trauert. Es ist ja "nur ein Tier" oder gar "nur ein Vogel", der da aus dem Leben geschieden ist (wieso wird eigentlich die Trauer um Hunde oder Katzen häufig verstanden und die um Vögel nicht?). Für den Tierbesitzer ist es aber bei weitem nicht "nur" ein Vogel gewesen, der gegangen ist. Das sollte am besten jeder respektieren, der selbst keine Vögel hält und mit einem trauernden Tierbesitzer zu tun hat. Es gehört meiner Ansicht nach zum gegenseitigen Respekt und zur Menschlichkeit, die Trauer Anderer nicht kleinzureden, auch wenn man sie selbst in dem Moment nicht nachvollziehen kann.

Samstag, 8. Januar 2011

Düssel-Hochwasser

Hier in Düsseldorf laufen - wie auch in anderen Städten am Rhein - die Vorbereitungen auf das für die nächsten Tage erwartete Hochwasser. Dass da ganz schön etwas auf uns zukommen dürfte, ist bereits sehr deutlich an der normalerweise kleinen und beschaulichen Düssel zu sehen. In der Nähe meines Wohnhauses fließt einer der Düsselarme entlang. Noch dürfte die Düssel genau wie der Rhein bei weitem nicht ihr Maximum erreicht haben. Aber was ich vorhin fotografiert habe, ist für meine Begriffe schon recht viel Wasser für so ein kleines Flüsschen. Zumal die Düssel derzeit alles andere als gemächlich dahin plätschert, sie hat eine erstaunlich hohe Fließgeschwindigkeit und führt ziemlich viel Wasser zum Rhein. Als Vergleich gibt's auch noch ein fast genau zwei Jahre altes Foto, das die Düssel zeigt, wie sie normalerweise im Winter aussieht.

Die Düssel am 10. Januar 2009
 


Die Düssel heute Vormittag




Sonntag, 2. Januar 2011

Schmetterlinge im Schnee




Bei Schmetterlingen denken die meisten Menschen an warme Temperaturen und Sommerwiesen voller Blumen. Dass man diesen zarten Geschöpfen sogar im Winter bei Schnee begegnen kann, dürfte wohl die meisten Menschen überraschen. Heute ist ein idealer Tag für die Beobachtung gewesen: Es ist zwar kühl gewesen, aber sonnig. Während meines Spaziergangs durch den Grafenberger Wald habe ich Ausschau nach Schmetterlingen im Schnee gehalten und ich bin fündig geworden. Sieben männliche und zwei weibliche Kleine Frostspanner, deren wissenschaftlicher Name Operophtera brumata
lautet, habe ich beobachten können.

Die Flugzeit dieser kleinen Insekten, die der Kälte des Winters trotzen, dauert von Mitte Oktober bis Ende Dezember/Anfang Januar. Insofern ist es ein Glücksfall gewesen, dass heute so gutes "Falterwetter" gewesen ist, denn in Kürze wird die Lebensspanne der Schmetterlingsgeneration aus diesem Winter abgelaufen sein.

Dass ihnen die eisige Kälte nichts anhaben kann, ist nicht die einzige Besonderheit der Kleinen Frostspanner. Bei diesen Tieren können nur die Männchen fliegen, die Weibchen haben nur verkümmerte Flügel und können sich deshalb nur laufend fortbewegen. Sie klettern an Baumstämmen empor und warten dort auf die Männchen, um sich mit ihnen zu paaren. Weitere Fotos gibt es auf meiner Internetseite Fotoreiseberichte.de.

Vogelbeobachtung am Morgen

Mitten in der Stadt zu wohnen, ist für Naturfreunde manchmal etwas frustrierend, weil zwischen dem Häusermeer nur wenig Platz für Tiere und Pflanzen ist. Mein Wohnort liegt in einer großen Stadt, doch hier gibt es erstaunlich viel Natur. Heute Morgen habe ich mich am Fenster "auf die Lauer" gelegt, um ein paar Tiere zu sehen, die ich bei Naturgucker.de eintragen kann.

Gerade eben habe ich die Halsbandsittiche aus ihrer Schlafkolonie zurückkommen sehen. Acht dieser Vögel halten sich tagsüber in meinem Stadtteil auf, im vergangenen Winter sind es nur sechs gewesen. Die Gruppe wächst also, was mich sehr freut, weil ich die munteren grünen gesellen mag. Vor den leider tiefgrauen Wolken ziehen heute erstaunlich viele Ringeltauben und Rabenkrähen ihre Kreise. Ein Kormoran ist vorbei geflogen und eine kleine Gruppe Kanadagänse.

Das Schönste ist aber, den Vögeln an meinem Balkonfutterplatz zuzusehen. Über 15 Amseln habe ich dort Weihnachten gleichzeitig gezählt, inzwischen kommen ein paar weniger vorbei, denn der Schnee ist schon recht stark weggetaut. Außerdem suchen regelmäßig viele Blau- und Kohlmeisen meinen Balkon auf, ein paar Schwanzmeisen fliegen vorbei, ein Buntspechtpärchen und ein Rotkehlchen lassen sich blicken, dazu Buchfinken, Rabenvögel, Ringeltauben. Manchmal kommt auch eine Haubenmeise vorbei, heute habe ich sie leider noch nicht gesehen. Diese Beobachtungen mitten in der Stadt sind für mich etwas Wunderbares und ich freue mich jetzt schon auf den Frühling. Dann hat bei mir das Naturgucken immer Hochsaison.