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Sonntag, 29. Januar 2012

Freudiges Ereignis bei meinen Diamanttauben

Gestern sind meine Diamanttauben Pari und Pitu Eltern geworden. Sie haben lange darauf hingearbeitet und immer wieder ist etwas schief gegangen. Doch nun ist endlich ein junges Täubchen geschlüpft und es ist nach wie vor wohlauf. Ob aus dem zweiten Ei heute auch noch ein Jungtier schlüpfen wird, darauf bin ich selbst sehr gespannt. Auf alle Fälle wirken beide Eltern recht zufrieden und Pitu verteidigt seine Familie gegen die anderen Vögel, wenn diese es wagen, sich auf näher als 1,5 Meter an das Nest zu wagen. Er fliegt dann energisch in ihre Richtung und vertreibt damit sogar die Katharinasittiche.

Glücklicherweise nehmen sowohl sie als auch die Wellensittiche keine Notiz von dem Küken, sie lassen das Nest in Ruhe und wenn sie sich mal in seine Nähe begeben, dann eher, weil der jeweilige Sitzplatz gerade interessant ist und nicht weil das Nest ihr Interesse geweckt hat.

In elf bis 13 Tagen werden junge Diamanttauben flügge. Was ich in den kommenden rund zwei Wochen beobachten werde, ist also eine spannende Entwicklung von dem klitzekleinen Täubchen, das jetzt noch mit geschlossenen Augen im Nest sitzt, hin zu einem Ebenbild der Eltern. So hoffe ich zumindest, denn es wäre zu schade, wenn bei der Aufzucht etwas schiefgehen würde. Daumendrücken ist also erwünscht.

Erste Nestkontrolle kurz nach dem Schlupf




Samstag, 7. Januar 2012

Verletzte Vögel durch verspätete Silvesterknaller

Ich muss heute an dieser Stelle meinen Frust loslassen. Es ist quasi ein offener Brief an den Menschen, der letzte Nacht meinte, er müsse noch eine Silvesterknaller-Tirade auf der Straße loslassen, an der mein Wohnhaus steht. Was Sie, werter Mensch, meinen fünf Katharinasittichen damit angetan haben, ist scheußliche Tierquälerei. :-(

Die armen Vögel haben sich so erschrocken, dass sie panisch im Schlafkäfig umher geflogen sind. Das Ganze hat nur kurz gedauert, weil ich hingeeilt bin. Trotzdem haben sich alle Vögel verletzt. Mitten in der Nacht fünf blutende Vogelnasen und sieben teils stark blutende Flügel behandeln zu müssen, ist nicht das, was einem Vogelhalter Spaß macht. Ich kann einfach nicht verstehen, weshalb diese Knallerei sein musste. Meine gefiederten Patienten verstehen das auch nicht, behaupte ich jetzt einfach mal.

Am schlimmsten hat es Enrique erwischt, er hat sich nämlich leider so stark den Kopf angeschlagen, dass er jetzt eine Gehirnerschütterung hat. Tico hat sich am rechten Flügel alle großen Handschwingen (die für den Flug entscheidenden Federn) ausgerissen, er ist bis auf weiteres flugunfähig. Im schlimmsten Fall wird es mehrere Monate dauern, bis er seine volle Befiederung und damit seine Flugfähigkeit zurück erlangt. Pinto hat beide Flügel blutig, von der kaputten Nase (siehe oben) einmal ganz abgesehen. Auch Marisol und Smoky sind verletzt, Mari am wenigsten, sie hatte Glück im Unglück und hat "nur" eine teilweise abgerissene Wachshaut an der Nase. Was sicher furchtbar weh tut.

Angesichts dieses Tierleids kann sich vermutlich der eine oder andere vorstellen, was ich Ihnen, werter nächtlicher Feuerwerkszünder, an den Hals wünsche...

Smoky hat eine blutige Nase

Tico fehlen rechts alle großen Handschwingen

Freitag, 27. Mai 2011

Ist EHEC auch für Ziervögel gefährlich?

Ärzte und Wissenschaftler kennen EHEC schon seit längerer Zeit, die meisten Menschen haben diese Abkürzung jedoch erstmals in den vergangenen Tagen gehört. Diese Abkürzung steht für Enterohämorrhagische Escherichia coli, also bestimmte Stämme der E. coli-Bakterien. Generell leben E. coli-Bakterien im Darm vieler Menschen und Tiere, gesunden Organismen können die Bakterien für gewöhnlich nichts anhaben kann. Die EHEC-Bakterienstämme sind aber besonders aggressiv und führen nun bei vielen Menschen zu massiven Durchfällen mit gravierenden Begleit- und Folgeerkrankungen, die unter anderem die Nieren betreffen.

Weil sich entsprechende Berichte in den Medien häufen und nun Salatgurken als Verursacher ausgemacht zu sein scheinen, stellen sich viele Vogelhalter die Frage, ob sie ihren Tieren überhaupt noch Gemüse als Frischkost reichen sollen. Prinzipiell gilt, dass "gewöhnliche" E. coli-Bakterien einen geschwächten Vogelorganismus durchaus erkranken lassen können. Sehr viele Darmentzündungen und Durchfallerkrankungen gehen auf das Konto dieser Erreger. Ob auch EHEC Wellensittiche und Co. krank werden lässt, ist nicht ganz sicher, zumal die Bakterien bei Wildvögeln bereits nachgewiesen worden sind, die Tiere aber oftmals nur Träger von E. coli gewesen sind und Krankheitssymtome gezeigt haben.

Für Vogelhalter bedeutet diese unklare Situation: Es ist ratsam, lieber vorsichtig zu sein. Bis nicht vollständig geklärt ist, auf welchem Wege sich EHEC auf den Menschen übertragen hat - also ob neben Gurken und Tomaten auch andere Gemüsesorten problematisch sein könnten -, ist auf das Verfüttern dieser Frischkost an Ziervögel sicherheitshalber lieber zu verzichten. Als Alternative empfiehlt sich beispielsweise Vogelmiere, die in vielen Gärten als Unkraut wächst und sogar auf der Fensterbank im Blumentopf gezüchtet werden kann. Darüber hinaus gibt es im gut sortieren Zoofachhandel Golliwoog. Das sind spezielle Futterpflanzen, die von vielen Wellensittichen und anderen Ziervögeln bereitwillig als Futter akzeptiert werden. So müssen die gefiederten Hausgenossen nicht auf gesunde Frischkost verzichten.


Gurke schmeckt zwar gut. Doch sicherheitshalber sollte
derzeit lieber auf andere Frischkost als Vogelfutter
zurückgegriffen werden.

Samstag, 15. Januar 2011

Wenn Ziervogelhalter trauern

Die letzten Monate des vergangenen Jahres sind für mich als Ziervogelhalterin sehr hart gewesen. Viele meiner Tiere sind bereits chronisch krank in meine Obhut geraten. Etwa ab September 2010 hat es eine Häufig akuter Krankheitsschübe und widriger Umstände gegeben, so dass etliche meiner gefiederten Schützlinge schwer erkrankt sind und ich sie trotz sofortiger Tierarztbesuche und umfangreicher Behandlungen nicht habe retten können.

In dieser frustrierenden Zeit haben mich zahlreiche liebe Menschen per E-Mail kontaktiert und mir ihr Mitgefühl ausgesprochen. Sie haben versucht, mich aufzumuntern, wofür ich ihnen danke. Aber sie haben auch immer wieder gefragt: Wie hältst Du das bloß aus, so viele Tiere zu verlieren? Diese Frage ist schwer zu beantworten, denn Trauer ist etwas sehr Individuelles, Persönliches. Doch es gibt einige Dinge, die generell gelten, weshalb ich heute ein Kapitel über die Trauer nach dem Verlust eines geliebten Vogels auf meiner Webseite Birds Online veröffentlicht habe.

Ich hoffe, dieses Kapitel hilft Menschen, die sich in ihrer Trauer allein und unverstanden fühlen. Denn bedauerlicherweise reagieren Freunde und Verwandte oft mit Unverständnis, wenn jemand um einen Vogel trauert. Es ist ja "nur ein Tier" oder gar "nur ein Vogel", der da aus dem Leben geschieden ist (wieso wird eigentlich die Trauer um Hunde oder Katzen häufig verstanden und die um Vögel nicht?). Für den Tierbesitzer ist es aber bei weitem nicht "nur" ein Vogel gewesen, der gegangen ist. Das sollte am besten jeder respektieren, der selbst keine Vögel hält und mit einem trauernden Tierbesitzer zu tun hat. Es gehört meiner Ansicht nach zum gegenseitigen Respekt und zur Menschlichkeit, die Trauer Anderer nicht kleinzureden, auch wenn man sie selbst in dem Moment nicht nachvollziehen kann.

Samstag, 1. Januar 2011

Silvesterpanik bei den Vögeln

Ein Vogelzimmer im Dachgeschoss - das ist sicher der Traum vieler Ziervogelhalter. Diesen Wunsch habe ich mir vor einiger Zeit erfüllen können und meine Tiere fühlen sich "da oben" sehr wohl. Meist zumindest. An Silvester sieht die Sache immer etwas anders aus, so auch vor einigen Stunden, als zum Jahreswechsel 2010/2011 die große Knallerei losgegangen ist. Zwar hatte ich im Vorfeld die Fenster verdunkelt und ein Kinder-Nachtlicht eingeschaltet, damit die Tiere durch die Lichtblitze der Raketen nicht gestört werden. Doch ich habe nicht mit der Böller-Leidenschaft meiner Nachbarn gerechnet. Es hat gekracht wie beim schlimmsten Gewitter, was die Vögel mit einer Panik quittiert haben.

In Gang gebracht haben die Panikflatteraktion die Wellensittiche Tara und Woodstock. Und wenn zwei Vögel panisch flattern, dann ziehen die anderen schnell nach. Um kurz nach Mitternacht - ich bin zum Glück zu Hause gewesen - habe ich also erst einmal elf Wellensittiche, sieben Katharinasittiche und zwei Diamanttauben beruhigen dürfen. Bei den meisten Tieren ist es mir schnell geglückt, nur der arme Woodstock hat scheinbar um sein Leben gefürchtet. Der kleine Kerl hat sich gar nicht beruhigen wollen und schnell hat sein Flügel vom wilden Schlagen ein wenig geblutet.


Was sollte ein Vogelhalter in einer solchen Situation unternehmen? Bei Woodstock hatte ich nur eine Wahl: Ich habe ihn aus dem Vogelzimmer geholt und ihn zu seiner eigenen Sicherheit auf mein Bett gesetzt. Woodstock kann aufgrund einer Behinderung nicht fliegen, deshalb hat diese Maßnahme gereicht. Zwar hat er auf dem Bett noch immer mit den Flügeln geschlagen. Der weiche Bettbezug hat die Wucht der Schläge jedoch abgefangen, so dass nichts weiter passiert ist. Den Vogel zum Beruhigen in die Hand zu nehmen, wäre keine gute Option gewesen, denn Woodstock ist bedauerlicherweise nicht zahm. Ist ein Tier hingegen zutraulich und hat es eine enge Bindung zum Halter, kann es für den Vogel sehr beruhigend sein, ihn vorsichtig mit der Hand zu umschließen und zu kraulen.

Woodstock hat übrigens selbst einen Weg gefunden, sich sicher und geborgen zu fühlen, ohne sich in Menschenhände kuscheln zu müssen: Er ist hat sich eine heimelige Höhle in der Bettdecke gesucht und sich dort ganz einfach versteckt, bis die Knallerei etwa gegen 00.40 Uhr zu Ende gewesen ist. Danach ist die Welt für Woodstock wieder in Ordnung gewesen und er ist aus seiner Höhle gekrochen. Für mich ist dies das Zeichen gewesen, ihn wieder ins Vogelzimmer zu bringen, wo er den Rest der Nacht ohne weitere Anzeichen von Angst verbracht hat. Die Böller sind somit schnell vergessen gewesen.

Ich bin froh, dass sich keiner meiner Vögel während der Silvesterpanikattacke ernsthaft verletzt hat. Woodstocks kleine Flügelblessur ist inzwischen schon fast vergessen. Zum Glück dauert es nun erst mal wieder ein Jahr, bis die Vögel erneut dem "Silvesterböllerkonzert" ausgesetzt sind.