In Gang gebracht haben die Panikflatteraktion die Wellensittiche Tara und Woodstock. Und wenn zwei Vögel panisch flattern, dann ziehen die anderen schnell nach. Um kurz nach Mitternacht - ich bin zum Glück zu Hause gewesen - habe ich also erst einmal elf Wellensittiche, sieben Katharinasittiche und zwei Diamanttauben beruhigen dürfen. Bei den meisten Tieren ist es mir schnell geglückt, nur der arme Woodstock hat scheinbar um sein Leben gefürchtet. Der kleine Kerl hat sich gar nicht beruhigen wollen und schnell hat sein Flügel vom wilden Schlagen ein wenig geblutet.
Was sollte ein Vogelhalter in einer solchen Situation unternehmen? Bei Woodstock hatte ich nur eine Wahl: Ich habe ihn aus dem Vogelzimmer geholt und ihn zu seiner eigenen Sicherheit auf mein Bett gesetzt. Woodstock kann aufgrund einer Behinderung nicht fliegen, deshalb hat diese Maßnahme gereicht. Zwar hat er auf dem Bett noch immer mit den Flügeln geschlagen. Der weiche Bettbezug hat die Wucht der Schläge jedoch abgefangen, so dass nichts weiter passiert ist. Den Vogel zum Beruhigen in die Hand zu nehmen, wäre keine gute Option gewesen, denn Woodstock ist bedauerlicherweise nicht zahm. Ist ein Tier hingegen zutraulich und hat es eine enge Bindung zum Halter, kann es für den Vogel sehr beruhigend sein, ihn vorsichtig mit der Hand zu umschließen und zu kraulen.
Woodstock hat übrigens selbst einen Weg gefunden, sich sicher und geborgen zu fühlen, ohne sich in Menschenhände kuscheln zu müssen: Er ist hat sich eine heimelige Höhle in der Bettdecke gesucht und sich dort ganz einfach versteckt, bis die Knallerei etwa gegen 00.40 Uhr zu Ende gewesen ist. Danach ist die Welt für Woodstock wieder in Ordnung gewesen und er ist aus seiner Höhle gekrochen. Für mich ist dies das Zeichen gewesen, ihn wieder ins Vogelzimmer zu bringen, wo er den Rest der Nacht ohne weitere Anzeichen von Angst verbracht hat. Die Böller sind somit schnell vergessen gewesen.Ich bin froh, dass sich keiner meiner Vögel während der Silvesterpanikattacke ernsthaft verletzt hat. Woodstocks kleine Flügelblessur ist inzwischen schon fast vergessen. Zum Glück dauert es nun erst mal wieder ein Jahr, bis die Vögel erneut dem "Silvesterböllerkonzert" ausgesetzt sind.