Samstag, 21. Januar 2012

Entenwecker

Manche Dinge passen irgendwie nicht in das normale Weltbild. So auch das Entengeschnatter und das laute Plätschern, wie es beim Landen von Enten auf einer großen Wasserfläche entsteht. Diese Geräusche haben mich heute Morgen aus dem Schlaf gerissen. Enten vor meinem Schlafzimmerfenster? Unmöglich! Da ist doch nur der kleine, schmale Flehbach und zwischen ihm und meinem Wohnhaus außerdem eine Wiesenfläche. Ich muss wohl von Enten geträumt haben, war mein Gedanke... Aber da war es schon wieder: munteres Stockentengequacke! Und ich habe es definitiv nicht geträumt.

Neugierig, wie ich bin, habe ich rausgeschaut und meinen Augen nicht getraut. Wiese? Fehlanzeige! Hinter meinem Wohnhaus erstreckt sich ein großer See, denn alles ist vom "kleinen" Flehbach geflutet worden. Der viele Regen der letzten Tage hat offenkundig nicht mehr in das begradigte Bächlein gepasst. Und jetzt habe ich tatsächlich Enten vor dem Schlafzimmerfenster. :-)

Aus der Nähe betrachtet, sieht der überflutete Bereich wirklich spannend aus. Die Enten haben sich übrigens hinter den Bäumen versteckt, als ich sie fotografieren wollte.


Über diesen gefluteten Weg gehe ich sonst
zur Arbeit - ohne nasse Füße zu bekommen















Netter Versuch, aber die kleinen Sandsäcke helfen
auch nicht mehr, den Flehbach zurückzuhalten



Sonntag, 15. Januar 2012

Singende Halsbandsittiche und eine Schlammschlacht

Es ist Sonntag und das Wetter hat nach einer langen, trüben Phase endlich mal wieder ein Einsehen mit Leuten wie mir, die langsam einen "Käfigkoller" bekommen. Bei dem herrlichen Sonnenschein haben mich selbst die recht tiefen Temperaturen nicht abschrecken können. Also rein in die dicke Kleidung und raus in die Flehbachaue. Dieses kleine Landschaftschutzgebiet liegt ganz in der Nähe meiner Wohnung und bietet tolle Beobachtungsmöglichkeiten. Und Möglichkeiten, den Schuhen eine ordentliche Schlammpackung zu verpassen. Denn bis vor wenigen Tagen haben weite Teile der Flehbachaue wegen der ergiebigen Regenfälle unter Wasser gestanden. Entsprechend matschig ist der Boden, was mich aber nicht davon abgehalten hat, mitten in den Dreck zu stapfen, um die besten Positionen für meine Fotos zu finden. Zugegebenermaßen graut mir ein ganz klein wenig vor dem Schuheputzen... ;-)

Doch zurück zur Flehbachaue: In dem Gebiet stehen einige sehr hohe Bäume, in denen unzählige Misteln gedeihen. Am Anfang meines Spaziergangs war es ein wenig nebelig, was die Misteln und die Bäume sehr geheimnisvoll wirken lassen hat. Nachdem der Nebel weg war, habe ich die Kamera vor allem auf die Halsbandsittiche gehalten. Hier ein paar Impressionen:

Misteln im Nebel



















Kohl-, Blau- und Sumpfmeisen haben heute schon kräftig gesungen, ebenso ein Gartenbaumläufer und einige Stare. Doch am lautesten haben die Halsbandsittiche geträllert. In der Flehbachaue waren heute mindestens 20 dieser schönen Vögel und sie waren sehr aktiv. Mit den Misteldrosseln haben sie sich um die besten Plätze an den Misteln gezankt. Außerdem haben einige Halsbandsittiche Robiniensamen gefressen.

Zwitschernder Halsbandsittich















Halsbandsittich knuspert Robiniensamen















Frau Buntspecht nimmt ein Sonnenbad















Von mir aus kann der Frühling bald kommen. Ich habe es wirklich sehr genossen, bei Sonnenschein draußen spazieren zu gehen und meinem liebsten Hobby zu frönen: der Naturfotografie. Hoffentlich ergibt sich bald wieder eine solche Gelegenheit.

 






Samstag, 7. Januar 2012

Verletzte Vögel durch verspätete Silvesterknaller

Ich muss heute an dieser Stelle meinen Frust loslassen. Es ist quasi ein offener Brief an den Menschen, der letzte Nacht meinte, er müsse noch eine Silvesterknaller-Tirade auf der Straße loslassen, an der mein Wohnhaus steht. Was Sie, werter Mensch, meinen fünf Katharinasittichen damit angetan haben, ist scheußliche Tierquälerei. :-(

Die armen Vögel haben sich so erschrocken, dass sie panisch im Schlafkäfig umher geflogen sind. Das Ganze hat nur kurz gedauert, weil ich hingeeilt bin. Trotzdem haben sich alle Vögel verletzt. Mitten in der Nacht fünf blutende Vogelnasen und sieben teils stark blutende Flügel behandeln zu müssen, ist nicht das, was einem Vogelhalter Spaß macht. Ich kann einfach nicht verstehen, weshalb diese Knallerei sein musste. Meine gefiederten Patienten verstehen das auch nicht, behaupte ich jetzt einfach mal.

Am schlimmsten hat es Enrique erwischt, er hat sich nämlich leider so stark den Kopf angeschlagen, dass er jetzt eine Gehirnerschütterung hat. Tico hat sich am rechten Flügel alle großen Handschwingen (die für den Flug entscheidenden Federn) ausgerissen, er ist bis auf weiteres flugunfähig. Im schlimmsten Fall wird es mehrere Monate dauern, bis er seine volle Befiederung und damit seine Flugfähigkeit zurück erlangt. Pinto hat beide Flügel blutig, von der kaputten Nase (siehe oben) einmal ganz abgesehen. Auch Marisol und Smoky sind verletzt, Mari am wenigsten, sie hatte Glück im Unglück und hat "nur" eine teilweise abgerissene Wachshaut an der Nase. Was sicher furchtbar weh tut.

Angesichts dieses Tierleids kann sich vermutlich der eine oder andere vorstellen, was ich Ihnen, werter nächtlicher Feuerwerkszünder, an den Hals wünsche...

Smoky hat eine blutige Nase

Tico fehlen rechts alle großen Handschwingen

Sonntag, 1. Januar 2012

Invasion der Stare am Futterplatz

Die Wildvögel im Winter zu füttern, macht mir schon seit Jahren großen Spaß. Momentan ist das aber ein teures Vergnügen, weil sich etwa seit Weihnachten täglich mehr Stare bei mir einfinden. Anfangs waren es drei, vier Vögel, dann über Weihnachten maximal 11 und gestern waren es 35. Wenn sich die Besucherzahlen meines Futterplatzes weiterhin so steigern, dürften bald wohl alle Kölner Stare hier eintrudeln. ;-)

Der Vorteil an dieser Stareninvasion ist, dass ich trotz des trüben Wetters ständig schönen Vogelgesang höre. Denn die Stare sitzen in den Bäumen ringsum und trällern den ganzen Tag munter vor sich hin. Als vor ein paar Tagen einmal kurz die Sonne rausgekommen ist, da ist mir ein ganz netter Starenschnappschuss gelungen.



Außer den Staren finden sich einige weitere Vogelarten am Futterplatz ein: Amseln (es gibt hier eine, die ist zu weiten Teilen weiß gefärbt), Blau- und Kohlmeisen, Buchfinken, Elstern, Buntspechte und hin und wieder schwirren auch Stieglitze vorbei. Leider kommen die Halsbandsittiche nicht her, sie finden offenbar im nahe gelegenen kleinen Naturschutzgebiet auch so genug Nahrung. Was ja an sich gut so ist.

Bei dieser Vogelvielfalt um mich herum freue ich mich schon sehr auf den Frühling. Dann werde ich hier im Blog ausführlich über meine Naturstreifzüge berichten.




Samstag, 5. November 2011

Kranichzug über Köln-Brück

Bei 17 Grad und Sonnenschein habe ich den heutigen Nachmittag auf meinem Balkon verbracht. Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals so spät im Jahr bei derart angenehmen Temperaturen meinen Nachmittagstee auf dem Balkon genossen zu haben. Noch dazu mit einem "himmlischen" Spektakel: dem Kranich-Zug über Köln-Brück. Heute war ideales Flugwetter für die herrlichen Großvögel, wie auch die vielen Beobachtungsmeldungen bei Naturgucker.de belegen. Insgesamt habe ich 449 Kraniche in mehreren Gruppen fliegen sehen. Ihre Rufe haben mich ein wenig wehmütig werden lassen, stehen sie doch dafür, dass bald die Kälte des Winters kommen wird. Vielleicht sollte ich mich stattdessen einfach darauf freuen, die Kraniche im nächsten zeitigen Frühjahr in umgekehrter Richtung über meinen Balkon fliegen zu sehen.

Kraniche im Flug

Sonntag, 30. Oktober 2011

Besuch der Ornithea 2011

Purpurglanzstare
Nach einjähriger Pause lädt der Verein der Vogelfreunde Porz 1961 e.V. in diesem Jahr wieder zur Ornithea ein. Die diesjährige Ausstellung findet vom 29.10. bis zum 1.11. an gewohnter Stelle im Schulzentrum in Köln-Porz statt. Als Neu-Kölnerin - ich wohne nun seit etwas mehr als einen Monat in der Rheinmetropole - war ein Besuch der Vogelausstelung ein Muss. Gemeinsam mit einer lieben Vogelfreundin bin ich gestern zur Ornithea gegangen. Wir sind viele Stunden dort geblieben, weil die Ausstellung mit einer unbeschreiblichen Liebe zum Detail von den Veranstaltern umgesetzt worden ist. (Ganze sieben Tage hat der Aufbau laut einem der Vereinsmitglieder gedauert!)

Beim Wort Vogelausstellung denken viele Menschen an eine Züchterschau, bei der in kleinen Käfigen die Nachzuchten präsentiert werden. Nicht so auf der Ornithea, denn diese Veranstaltung versteht sich als Zucht- und Lehrschau. In geräumigen und mit großem Aufwand aufgebauten Volieren werden die Vögel gezeigt. Dabei legen die Züchter und Vogelfreunde Wert darauf, ein naturnahes Umfeld, das an den natürlichen Lebensraum der einzelnen Arten erinnert, nachzubilden.

Schon beim Betreten der Halle ist als erstes meine Brille beschlagen, weil die Luftfeuchtigkeit und die Temperatur den Bedürfnissen der Tiere angepasst worden sind. In der Halle ist es schön warm und die empfindlichen Schleimhäute der Tiere trocknen garantiert nicht aus. Den vielen tropischen Pflanzen, darunter Tillandsien, Orchideen und Kannenpflanzen, tun diese klimatischen Bedingungen ebenfalls gut. Wer durch die Gänge der Ausstellung schlendert, weiß oft gar nicht, wohin der Blick zuerst schweifen soll, so opulent ist die Pflanzenausstattung - und dazwischen sitzen die gefiederten Stars, angefangen von Wellensittichen über einheimische Wildvögel bis hin zu Großpapageien und Eulen ist alles vertreten. (Achtung, Ohrstöpsel bei den Kakadus nicht vergessen ;-))

Für die jungen Besucher der Ornithea gibt es ein Quiz, für das Fragen beantwortet werden müssen. Diese Rallye führt kreuz und quer durch die Gänge der Ausstellung und es gilt, Zettel mit Fakten aus der Vogelwelt aufzuspüren. So erfahren die Kinder beispielsweise, welcher Vogel die meisten Federn hat (es ist übrigens der Zwergschwan mit über 26.000 Federn). Ein solches Quiz ist eine schöne Idee, denn es kann dabei helfen, Kinder für die Natur und die Vögel zu begeistern.

Für das leibliche Wohl ist auf der Ornithea ebenfalls gesorgt. Es gibt Erbsensuppe, Rostbratwürstchen und köstlichen selbst gebackenen Kuchen. Die Cafeteria war während unseres gestrigen Besuchs der Ausstellung sehr gut gefüllt. An einigen kleinen Ständen können Bücher und Vogelvideos sowie Kunstdrucke oder Naturstammnisthöhlen gekauft werden. Der Stand des Zolls des Düsseldorfer Flughafens ist dagegen mehr als ernüchternd. Dort werden beschlagnahmte ausgestopfte Vögel, Elefantenfüße und andere gegen den Artenschutz verstoßende Abscheulichkeiten präsentiert und die netten Zollmitarbeiter erzählen Interessierten von ihrer Arbeit.

Doch nun zurück zu den schönen Dingen der Ornithea. Während meines Besuchs habe ich natürlich viele Fotos gemacht - selbstverständlich ohne Blitz, um die Tiere nicht zu blenden. Im Folgenden finden Sie einige besonders schöne Motive dieser fantastischen Vogelausstellung, deren Besuch ich jedem Vogelbegeisterten ans Herz legen möchte. Infos über die Ornithea finden Sie unter www.ornithea.de.

Gang in der Ausstellung mit vielen Pflanzen



Tropische Landschaft mit Wasserfall

Eine europäische Landschaft mit Birken

Zweifarben-Fruchttaube in ihrer begrünten Voliere

Zwei Bartmeisen
Ein Standard-Wellensittichmännchen
Stand des Zolls des Flughafens Düsseldorf

Sonnensittich
Grünzügelpapagei
Gemalter Astrild
Jägerliest (Lachender Hans)
Philippinen-Fledermauspapagei

 Südliche Weißgesichtseule
Gabelracke

Freitag, 27. Mai 2011

Ist EHEC auch für Ziervögel gefährlich?

Ärzte und Wissenschaftler kennen EHEC schon seit längerer Zeit, die meisten Menschen haben diese Abkürzung jedoch erstmals in den vergangenen Tagen gehört. Diese Abkürzung steht für Enterohämorrhagische Escherichia coli, also bestimmte Stämme der E. coli-Bakterien. Generell leben E. coli-Bakterien im Darm vieler Menschen und Tiere, gesunden Organismen können die Bakterien für gewöhnlich nichts anhaben kann. Die EHEC-Bakterienstämme sind aber besonders aggressiv und führen nun bei vielen Menschen zu massiven Durchfällen mit gravierenden Begleit- und Folgeerkrankungen, die unter anderem die Nieren betreffen.

Weil sich entsprechende Berichte in den Medien häufen und nun Salatgurken als Verursacher ausgemacht zu sein scheinen, stellen sich viele Vogelhalter die Frage, ob sie ihren Tieren überhaupt noch Gemüse als Frischkost reichen sollen. Prinzipiell gilt, dass "gewöhnliche" E. coli-Bakterien einen geschwächten Vogelorganismus durchaus erkranken lassen können. Sehr viele Darmentzündungen und Durchfallerkrankungen gehen auf das Konto dieser Erreger. Ob auch EHEC Wellensittiche und Co. krank werden lässt, ist nicht ganz sicher, zumal die Bakterien bei Wildvögeln bereits nachgewiesen worden sind, die Tiere aber oftmals nur Träger von E. coli gewesen sind und Krankheitssymtome gezeigt haben.

Für Vogelhalter bedeutet diese unklare Situation: Es ist ratsam, lieber vorsichtig zu sein. Bis nicht vollständig geklärt ist, auf welchem Wege sich EHEC auf den Menschen übertragen hat - also ob neben Gurken und Tomaten auch andere Gemüsesorten problematisch sein könnten -, ist auf das Verfüttern dieser Frischkost an Ziervögel sicherheitshalber lieber zu verzichten. Als Alternative empfiehlt sich beispielsweise Vogelmiere, die in vielen Gärten als Unkraut wächst und sogar auf der Fensterbank im Blumentopf gezüchtet werden kann. Darüber hinaus gibt es im gut sortieren Zoofachhandel Golliwoog. Das sind spezielle Futterpflanzen, die von vielen Wellensittichen und anderen Ziervögeln bereitwillig als Futter akzeptiert werden. So müssen die gefiederten Hausgenossen nicht auf gesunde Frischkost verzichten.


Gurke schmeckt zwar gut. Doch sicherheitshalber sollte
derzeit lieber auf andere Frischkost als Vogelfutter
zurückgegriffen werden.